Dem Täter keine Chance
Sicherheit und Ästhetik… das lässt sich kombinieren
In der Zeit zwischen 16 und 21 Uhr passieren die meisten Einbrüche. Besonders betroffen sind vor allem Einzel-, Reihen- und Doppelhäuser, die am Ortsrand liegen.

Es fing eigentlich gut an. Der Mann warf einen Stein in das Fenster des freistehenden Einfamilienhauses und wartete erst mal ab, ob etwas passiert.
Alles ruhig. Er kletterte hinein und stand mitten im Wohnzimmer. Seinen Fluchtweg hatte er sich – wie immer – schon vorbereitet: Durch den Garten an der Hauswand entlang bis zum nächsten Gebüsch und dann auf die Straße. Der Mann wollte sich nur schnell umschauen und die wertvollsten Dinge in seine Sporttasche packen – wie die meisten seiner Kollegen. Auf einmal hörte er Polizeisirenen. Da griff er nach seiner Tasche, sprang aus dem Fenster und rannte durch den Garten. Doch er kam nicht weit. Kurz vor dem Gartenzaun fuhren wie aus dem Nichts plötzlich immense Gitter nach oben. Er war buchstäblich eingeschlossen. Triumphierend näherten sich die Sirenen…

Tobias und Rudolf Schmid
Die Firma Schmid-Alarm sichert seit 1973 Gebäude im Raum Oberbayern. Dabei werden Sicherungsanlagen unterschiedlichster Art nach VdS-Richtlinien eingesetzt. Zu ihren Kunden zählen neben vielen Privathaushalten auch große Konzerne wie z. B. Giesecke & Devrient München, die Bayerische Staatsbibliothek, EADS oder die Stadtsparkasse München.
„Nein, das mit den Gittern gehört eher in Hollywood- Filme“, lacht Rudolf Schmid, Geschäftsführer und Gründer der Firma Schmid-Alarm. „Das wäre Freiheitsberaubung und ist nicht erlaubt.“ Und sein Sohn Tobias ergänzt: „Es ist sogar so, dass Fluchttüren letztendlich auch Einbrechern zur Verfügung stehen müssen und nicht durch Alarmsysteme blockiert werden dürfen. Wir müssen das bei der Sicherheitsplanung berücksichtigen.“
Bis auf die Gitter, die plötzlich hochfahren, ist die Szene jedoch realistisch. Zwar passieren statistisch gesehen die meisten Einbrüche durch die Eingangstür, doch auch Fenster sind Schwachstellen. Zum Beispiel werfen Einbrecher zunächst einen Stein durch die Scheibe und warten ab, was passiert. Ein wirksamer Schutz dagegen sind Glasbruchmelder: „Hier unterscheidet man zwischen dem lauten und einem stillen Alarm, der bei einem Wachdienst oder der Polizei eingeht“, erklärt Rudolf Schmid. „Um so einen stillen Alarm handelte es sich bei unserem Täter in der Eingangsgeschichte.“
Auch die Haustür kann gründlich gesichert werden durch Mehrfachverriegelung mit Hinterhaken oder einem Querriegel: Sie verzögern einen Einbruch, so dass viele Täter, aus Angst, entdeckt zu werden, das Weite suchen. Versuchen sie es über den Garten, sind Gartenleuchten, gekoppelt mit Bewegungsmeldern, eine gute Abwehr. Sollten die Einbrecher bereits in den Wohnraum eingedrungen sein, dürfen sie sich jedoch nicht allzu sicher fühlen: Auch im Innenbereich können Kameras mit Nachtsichtgerät integriert werden, die die Einbrecher auf frischer Tat ertappen. Wer möchte, kann inzwischen auch live dabei sein: Per Mausklick können Eigentümer sich auch im Urlaub die Übertragung ihrer Überwachungskameras ansehen – oder lassen sich gleich per Handy informieren.
Die Auswahl an Eigenheimsicherung ist riesig und geht vom Überfallmelder über die Außenhautsicherung bis zur Videoüberwachung. Für welche Art des Schutzes man sich entscheidet, ist letztlich Geschmackssache – wie überhaupt ein Sicherheitskonzept individuell gestaltet sein sollte. „Sicherheit ist Vertrauenssache. Aus diesem Grund legen wir großen Wert auf eine genaue Bedarfsanalyse“, so Schmid.
Heute ist es nicht mehr notwendig, einen Kompromiss zwischen Sicherheit und Ästhetik einzugehen, denn auch die Sicherheitstechnik hat eine Designrevolution erlebt. „Das Design ist oft sogar ein Entscheidungskriterium“, weiß Tobias Schmid. „Deshalb erfüllen wir zum Beispiel auch individuelle Farbwünsche bei Kameras.“

Schützenswert – Fenster lassen sich sowohl gegen gewaltsames Öffnen als auch gegen Glasbruch sichern.

Abschreckung – Allein der Anblick einer Überwachungskamera hält viele Täter ab. Man kann die Geräte aber auch unauffällig installieren.
Einige Regeln sollte übrigens jeder beherzigen, um Einbrechern das Leben schwer zu machen: Die Haustüre beim Verlassen der Wohnung immer abschließen, Rollläden nicht dauerhaft geschlossen oder geöffnet halten, mittels einer Zeitschaltuhr immer mal wieder Licht brennen lassen und Gartenmöbel und andere Einstiegshilfen aus dem Garten entfernen.
